Dieser Blog ist glutenfrei!

Jeder spricht darüber, jeder kauft glutenfreie Produkte, aber kaum einer weiß, was das überhaupt ist.

Gluten gehört zu einer Gruppe von Proteinen, die man als Lektine bezeichnet. Diese komplexen Proteine binden Zucker und sorgen für eine Verklebung bzw. Verklumpung (Agglutination) von Zellen. Viele Lektine sind toxisch und das hat einen evolutionären Hintergrund. Jedes Lebewesen, Pflanzen mit eingeschlossen, ziehen denselben Prozess, den man Leben nennt, durch: Geburt, Leben (Überleben) und Fortpflanzung. Um die Überlebenschancen zu erhöhen, hat jedes Tier, dazu zählt auch der Mensch, ‚Fight or Flight’ Mechanismen entwickelt. Wie man weiß, können Pflanzen weder kämpfen noch wegrennen. Die Evolution hat sie mit anderen Waffen ausgestattet. Die Artischocke hat Dornen, ein Kaktus hat Stacheln, die Kokosnuss hat eine harte Schale. Die stärkste Waffe ist jedoch die CHEMIE. Sie soll den Fressenden vom Konsum abhalten und dafür sorgen, dass die Pflanzenbabies überleben können. Unter den chemischen Abwehrsystemen nehmen Lektine eine zentrale Position ein. Einige können das Immunsystem komplett lahm legen oder bei lektin-hoch-sensitiven Lebewesen sogar zum Tod führen. Das erklärt warum eine ‚harmlose’ Erdnuss (hoher Lektingehalt) zu hochgradigen Allergiereaktionen führen kann. Ja ja, ich weiß, du denkst dir jetzt ich esse 100g am Tag und mir passiert nix. Wir haben alle unterschiedliche Gene. Dementsprechend ist nicht jeder gleich sensitiv. Einige tolerieren es besser als andere. Schädlich bleibt es trotzdem. Lektine schädigen mit ihren Antinutrienten die Darmflora. Folglich wird die Darmschleimhaut undicht (leaky gut syndrom). Das Immunsystem wird dadurch maßgeblich beeinträchtigt. Da der Darm den Körper mit Nährstoffen versorgt, führt eine Schädigung des Darms dazu, dass dieser der Funktion der Nährstoffversorgung nicht mehr in optimaler Weise nachgehen kann. Die Konsequenz ist, denke ich, klar.

 

Pflanzenverzehr stoppen? Pflanzen, zumindest die meisten Arten, enthalten für uns lebenswichtige Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralien und Antioxidantien. Die Krux liegt darin, dass alles, was du isst, sowohl Nutrienten als auch Antinutrienten enthält. Es gibt kein Ja oder Nein in der Ernährung. Der Mensch ist ein Allesfresser. Essen ist unkompliziert. Wähle einfach die RICHTIGEN Lebensmittel aus. Dies sind Lebensmittel mit einer hohen Dichte an Nutrienten und möglichst wenig Antinutrienten.

Welche pflanzlichen Lebensmitteln unbedenklich sind, welche du vermeiden (reduzieren) solltest und warum ein Schnellkochtopf in keiner Küche fehlen darf, erfährst du in einem Beratungsgespräch.

Das nächste Mal, wenn du ein ansprechend verpacktes, teures, gesundheitsversprechendes, biologisches, glutenfreies Produkt kaufst, denke daran, dass glutenfrei eben nicht lektinfrei heißt.

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